Gewalttaten: Hauptschuldige sind Ausländer mit legalem Aufenthalt
Fast täglich müssen die Polizeikorps Schiessereien verzeichnen. Meistens stammen die Täter aus dem Ausland oder haben einen Migrationshintergrund in der Familie. Statistische Angaben fehlen aber grösstenteils. Einem mutigen Basler Grossrat ist es zu verdanken, dass endlich etwas Licht ins Dunkel dieser Zahlen kommt.
Samuel Wyss, Basler SVP-Grossrat, stört sich, dass sich mit Waffengewalt verübte Delikte in der Schweiz häufen, wobei die meisten der Täter von Gesetzes wegen gar keine Waffen besitzen – geschweige denn tragen dürfen.
Strenges Waffengesetz
In Artikel 7 und 7a des Waffengesetzes und Art. 12 der Waffenverordnung steht, dass Personen aus Albanien, Algerien, Sri Lanka, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina, Serbien und der Türkei der Erwerb, der Besitz, das Anbieten, Vermitteln und Übertragen von Waffen, Waffenbestandteilen, Waffenzubehör, Munition sowie das Tragen von Waffen und das Schiessen mit Feuerwaffen «grundsätzlich» verboten ist. Der Gesetzgeber hat diese Nationalitäten als Risikogruppen erkannt, weil sie überdurchschnittlich oft die Täter bei Verbrechen stellen.
Was aber bringt solche Verschärfung des Waffengesetzes, wenn sich die erwähnten Gruppen seit Jahren nicht an die Gesetze halten? In Tat und Wahrheit werden durch die verschärften Gesetze bloss Sammler, Schützen und Jäger, deren Verantwortungsbewusstsein längst am grössten ist, ständig schikaniert.
Aufgrund dieser Sachlage wollte Grossrat Samuel Wyss in einer am 3. Juni 2009 eingereichten Interpellation wissen, wie viele Ausländer und eingebürgerte Personen in der Stadt Basel in den letzten zehn Jahren eine schwere Straftat mit Waffen begangen haben. Insgesamt stellte der Interpellant zehn detaillierte Fragen zur Tätersituation von Schiessereien und Messerstechereien, in die Personen mit «Migrationshintergrund» verwickelt waren.
Datenschutz als Täterschutz
Die Regierung weigerte sich, die gestellten Fragen detailliert zu beantworten. Sie begründet diese Auskunfts-Verweigerung mit dem «Datenschutz». Immerhin bequemte sich die Obrigkeit, zu den vergangenen zwei Jahren genauere Zahlen zu liefern.
Aus den wenigen publizierten Zahlen lassen sich interessante Schlüsse ziehen: Im Jahr 2008 ereigneten sich in Basel 152 registrierte Gewalttaten, davon 28 mit Schusswaffen. Bezüglich Täterschaft der 28 Gewalttaten mit Schusswaffeneinsatz handelte es sich bei 6 Personen um Schweizer; 4 Täter waren Schweizer «mit Migrationshintergrund»; 15 Täter waren Ausländer mit legalem Aufenthalt in der Schweiz. Weitere 3 Täter hielten sich illegal in der Schweiz auf. Ähnliche Zahlen wurden für das erste Halbjahr 2009 ausgewiesen: Bis Ende Juni 2009 ereigneten sich 17 Gewalttaten mit Schusswaffen-Einsatz. 2 Täter waren Schweizer, 5 waren Schweizer mit Migrationshintergrund; 9 Täter waren Ausländer mit legalem Aufenthalt in der Schweiz; ein weiterer Täter war Ausländer ohne Wohnsitz.
Auch bezüglich der Täter, die Stichwaffen zum Einsatz brachten, stellten Ausländer, die sich legal in der Schweiz aufhalten, den Hauptharst.
Schockierende Zahlen
Für das Jahr 2008 stellt die Basler Regierung weiter fest, dass bezüglich der 152 registrierten Gewaltdelikte nur 31 Täter (19.5 Prozent) Schweizer waren. 18 Delikte (11.3 Prozent) wurden von Schweizern mit Migrationshintergrund begangen, 75 Delikte (47.2 Prozent) von Ausländern mit legalem Aufenthalt in der Schweiz; 20 Täter (12.6 Prozent) waren Asylanten und 15 Täter (9.4 Prozent) hatten sich illegal in der Schweiz aufgehalten.
Gefährliche Tatmittel
Das Basler Kriminalkommissariat der Staatsanwaltschaft untersuchte für das Jahr 2008 alle Gewaltdelikte (Tötungsdelikte, Gefährdung des Lebens, Körperverletzung, Rauhandel Raub, Drohung, Nötigung, Freiheitsberaubung, sexuelle Nötigung) bei denen besonders gefährliche Tatmittel eingesetzt wurden:
Feuerwaffen
- Schweizer Täter 21.4 Prozent
- Schweizer Täter mit Migrationshintergrund 14.3 Prozent
- Legal anwesende ausländische Täter 53.6 Prozent
- Illegal anwesende Ausländer 10.7 Prozent
Schneide- und Stichwaffen
- Schweizer Täter 20.2 Prozent
- Schweizer Täter mit Migrationshintergrund 11.7 Prozent
- Legal anwesende ausländische Täter 46.8 Prozent
- Asylanten 12.8 Prozent
- Illegal anwesende Ausländer 8.5 Prozent
Schlag- und Hiebwaffen
- Schweizer Täter 16.2 Prozent
- Schweizer Täter mit Migrationshintergrund 8.1 Prozent
- Legal anwesende ausländische Täter 43.2 Prozent
- Asylanten 21.6 Prozent
- Illegal anwesende Ausländer 10.8 Prozent
Zusammengefasst verzeichnete die Basler Staatsanwaltschaft 159 schwere Gewalttäter im Jahr 2008 (152 Gewaltdelikte)
- Schweizer Täter 19.5 Prozent
- Schweizer Täter mit Migrationshintergrund 11.3 Prozent
- Legal anwesende ausländische Täter 47.2 Prozent
- Asylanten 12.6 Prozent
- Illegal anwesende Ausländer 9.4 Prozent
In der Beantwortung der Interpellation Wyss stellt die Basler Regierung deshalb fest:
«Auf Grund dieser Zahlen ergibt sich eine klare Konzentration der Gewalttaten, unabhängig vom Tatmittel, bei den Ausländern mit legalem Aufenthalt in der Schweiz.»
Der Interpellant zeigte sich schockiert über die Antwort der Regierung:
«Im Jahre 2008 sind rund vier Fünftel der Täter von schweren Straftaten mit gefährlichen Tatmitteln in Basel Ausländer oder Schweizer mit Migrationshintergrund. Im laufenden Jahr sind es sogar fünf Sechstel.»
Der Interpellant führte in der Ratssitzung vom 26. September weiter aus:
«So stellt sich mir diesbezüglich auch die Frage, ob der Datenschutz nicht auch teilweise ein Täterschutz sei.»
Für jeden Hund der durch die Strassen Basels laufe, gebe es genauere Statistiken als über die Sicherheit in der Stadt.
Grossrat Samuel Wyss weiter:
«In Bezug auf die Integration wäre es für die Verantwortlichen sicherlich auch von Nutzen, wenn ihnen eine Statistik zur Verfügung stände; dann wüssten sie nämlich, wo sie versagt haben.»
Jetzt handeln!
Im Gespräch mit der sifa regte der Basler Interpellant Samuel Wyss an, dass auch in anderen Kantonsparlamenten endlich konkrete Fragen zum Täterbild bei Gewaltdelikten gestellt werden müssten.
«Die Regierungen dürften sich nicht ständig beim Problem der Ausländergewalt hinter dem Datenschutz verstecken», sagte Wyss. Die wenigen jetzt bekannt gewordenen Zahlen für den Kanton Basel-Stadt seien sehr eindeutig. Drei Viertel der Gewaltdelikte stammen von Ausländern oder Schweizern mit Migrationshintergrund. Es gelte, dies endlich zur Kenntnis zu nehmen und entsprechend zu handeln.
Quelle: Interpellation Samuel Wyss betreffend Schiessereien und Messerstechereien auf offener Strasse durch Personen mit Migrationshintergrund in Basel, datiert vom 3. Juni 2009 sowie Antwort des Regierungsrats vom 2. September 2009:
http://www.grosserrat.bs.ch/dokumente/000455/000000455022.pdf
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