SIOE Deutschland

Racism is the lowest form of human stupidity, but Islamophobia is the height of common sense

  • sioegermany_logo
  • SIOE Mitgliedschaft & Spenden

    IBAN: DK 91 9860 8890006605
    Swift kode: FIONDK 22


    paypal_logo1

  • “SIOE Deutschland” auf www.Facebook.com

    Tragen Sie sich in unserer Gruppe als Mitglied ein, und werden Sie Teil des islamo-faschistischen Widerstandes.
  • Zum Nachlesen

  • Subscribe

  • RSS PI-News

    • Du weißt, dass Du in Deutschland bist…
      Du weißt, dass Du in Deutschland bist, wenn Du als Deutscher ruck-zuck wegen Volksverhetzung verurteilt wirst, weil Du angeblich Ausländer fremdenfeindlich beleidigt hast, die Gerichte es allerdings für legitim halten, wenn Ausländer das deutsche Volk als Köterrasse bezeichnen. Du weißt, dass Du in Deutschland bist, wenn… (Fortsetzung bei Conservo!)
    • “Fall” Bystron: Der Verlogenheitsminister
      Mit großer Freude ließ Joachim Herrmann (Foto l.) am 19. April die Beobachtung des AfD-Landesvorsitzenden Petr Bystron durch den bayerischen Verfassungsschutz verkünden. Grund: Dieser hatte Sympathie für die gewaltfreie Identitäre Bewegung (IB) geäußert. Andere, linke, Politiker unterstützen hingegen gewaltbereite Linksextremisten – zum Teil auch mit Steuerg […]
    • Stuttgart: AfD-Stadtrat Eberhard Brett brutal von linken Gewalttätern zusammengeschlagen
      Am Donnerstag wollte der Stuttgarter Rechtsanwalt und Stadtrat der AfD, Eberhard Brett (kl. Foto), am Wahlkampfauftakt seiner Partei in Stuttgart-Rot teilnehmen. Auf dem Weg dorthin wurde er kurz vor Erreichen des Veranstaltungsortes, nach Verlassen der Stadtbahn, von einem linksradikalen Schlägerkommando brutal attackiert, das von 40 bis 50 sogenannten Anti […]
    • ARD nennt Alice Weidel “Nazi-Schlampe”
      Unter dem Mäntelchen der Satire kann der Kritiker sich immer schon fast alles erlauben, das ist im Sinne der Meinungsfreiheit auch gut so. Aber was ist noch Satire und wo beginnt die Hexenjagd? Und was darf ein Staatssender, der als eine Art Wegelagerer vom Bürger zwangsfinanziert wird, sich auf Kosten eben dieser sich in Geiselhaft […]
    • HC Strache: Genug ist genug!
      FPÖ-Obmann HC Strache meldet sich bei seinen Unterstützern mit einer Videobotschaft, in der er die derzeitigen besorgniserregenden Entwicklungen rund um die Türkei und deren Präsidenten Erdogan kritisiert, deren langer Arm mittlerweile bis nach Österreich reicht. Rechtswidrigen Doppelstaatsbürgern muss sofort die österreichische Staatsbürgerschaft entzogen w […]
    • Norwegen: “Flüchtlings”-Integration gescheitert
      Man sollte „Flüchtlinge“ so schnell wie möglich in Arbeit bringen, verkünden Politiker gebetsmühlenartig. Das wäre die beste Integration. Das ist aber nicht so einfach, statt der angekündigten hochqualifizierten und genauso motivierten „Fachkräfte“, die der deutschen Wirtschaft eine goldene Zukunft bescheren würden, kamen Analphabeten, Ungebildete und unmoti […]
    • Illegale für Pastor wichtiger als deutsche Kinder
      Flintbek: Wie linkes über Jahrzehnte in unsere Gesellschaft infiltriertes gesellschaftzersetzendes Gedankengut nicht nur den gesunden Menschenverstand, sondern auch jede Form von Verantwortungsgefühl für diese, unsere Gesellschaft zerstört hat, ist an einem aktuellen Beispiel eines Pastors der evangelischen Kirche der Gemeinde Flintbek bei Kiel zu beobachten […]
    • Kölner Newsblog macht Dumont Konkurrenz
      Im ganzen Land wächst die kritische Gegenöffentlichkeit zum politisch-medialen Establishment. Nicht nur auf Facebook, das deshalb verstärkt ins Visier von Zensurmaßnahmen des Systems gerät. Auch im konventionellen, noch nicht zensierbaren Internet gewinnen nonkonforme Blogs weiter an Reichweite hinzu, während die etablierte Lügenpresse an Auflage verliert. E […]
    • Deutsche Bank kündigt Konto von Akif Pirinçci
      Seit zwei Wochen geistert die Nachricht durchs Internet, dass die deutsche Bank Akif Pirinçci aus politischen Gründen die Konten gekündigt hat. Wir wollten von dem Bestseller-Autor selbst wissen, was dran ist an der Story und erfuhren noch weitere Eskapaden der Kämpfer gegen Rechts: Auch der Montabauer Webhoster 1&1 trennte sich von ihm und ein Bonner [… […]
    • Laut Gedacht #32: AfD-Parteitag wütet in Köln
      Philip und Alex checken in Folge 32 von “Laut Gedacht” die Faktenchecker von correctiv.org, werfen einen Blick auf den “March of Science” und werten die Ereignisse um den AfD-Parteitag in Köln aus.
    • Martin van Creveld: Wir sind Weicheier!
      Der bekannte israelische Militärhistoriker Martin van Creveld (Foto) scheut selten das freie Wort. Ob Islamterror oder Pazifismus, linke Lebenslügen oder Überlebensfragen der westlichen Welt: Der ehemalige Professor an der Hebräischen Universität Jerusalem ist einer der kundigsten Wissenschaftler weltweit. Dass er von linken Agitatoren in Deutschland oder an […]
    • Ästhetische Ergänzung im NRW-Wahlkampf
      (Gefunden von einem PI-Leser am 27.4.2017 in Leverkusen)
    • Der Feind im Inneren
      Eine der zentralen Herausforderungen von libertären Gesellschaften seit der Antike stellt zweifellos die Kollaboration von Teilen dieser „offenen“ Gemeinschaft mit der allgegenwärtigen „Bedrohung von außen“ dar. Wurden früher noch klammheimlich die Burgtore von solchen Verrätern geöffnet, sind deren Methoden in der Neuzeit deutlich subtiler geworden. (Von Ca […]
    • Bundeswehrsoldat als „syrischer Flüchtling“ anerkannt und als Terrorverdächtiger verhaftet
      Mysteriös aber viel mehr skandalös scheint ein seit heute viral kolportierter Fall über einen 28-Jährigen Oberleutnant der Bundeswehr, der als Deutscher, getarnt als „syrischer Flüchtling“ mit falscher Identität zu einem genehmigten Asylstatus kam. Im hier beschrieben Fall gibt es zwar noch jede Menge zu klären, vor allem die Motive, was er aber schon offenl […]
    • Wachen die Schweden auf?
      Jahrzehntelange sozialdemokratisch-sozialistische Indoktrination haben in Schweden ihre Spuren hinterlassen: Alle Schweden hatten zu wollen, dass das nordische Königreich multi-kulti-bunt wird. Entsprechend begeistert war man, als man von Merkels verfehlter Einwanderungspolitik profitieren konnte und auch viele, viele Neubürger aus der islamischen Welt und A […]
    • Die Weltpolitik von Ivanka Trumps Papa
      Seit Ivanka Trumps “beautiful babies”, die angeblich im syrischen Gas getötet wurden, die Außenpolitik des amerikanischen Präsidenten bestimmen, ist diametral zu den Plänen und zigmal wiederholten Wahlversprechen Trumps in drei Wochen folgendes passiert: Assad wurde mit Cruise Missiles angegriffen, das Atomabkommen mit dem Iran wird heftig kritisiert, die Mu […]
    • München: Erinnerung an Armenier-Völkermord
      Am vergangenen Samstag veranstaltete die Bürgerbewegung Pax Europa am Münchner Marienplatz eine Kundgebung zur Erinnerung an den Völkermord, bei dem in der Türkei ab 1915 über zwei Millionen christliche Armenier, Assyrer und Pontos-Griechen ums Leben kamen. Dabei zeigten wir die Verbindung zwischen den damaligen Ereignissen und der sich jetzt entwickelnden i […]
    • Vera Lengsfeld: Grüner Hass auf Wählersuche
      Wer noch einen Grund braucht, warum man er sein Kreuz bei der Wahl auf keinen Fall bei den Grünen machen darf, sollte sich dieses Video [oben] anschauen. Danach weiß jeder, was grüner Hass bedeutet. Ich wünsche mir eine besonders breite Verteilung in Schleswig-Holstein, wo die Grünen noch über 10% Zustimmung haben, obwohl die Landwirtschaft dort […]
    • Video: Wahlwerbespot der AfD-NRW
      Vor ein paar Tagen wurde der offizielle Wahlwerbespot der AfD zur NRW-Landtagswahl am 14. Mai präsentiert, der an drei Terminen im WDR-Fernsehen gesendet wird. Im Mittelpunkt des 1:30-Spots steht Landesvorsitzender Marcus Pretzell, der unter anderem an die Kölner Silvesternacht erinnert, aber auch der Ex-SPD-Mann Guido Reil, der das Gesicht der AfD im Ruhrge […]
    • “Extrablatt” informiert vor den Landtagswahlen
      Der »Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten e.V.« wird bei den anstehenden Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen wieder aktiv sein und das »Extrablatt« in den nächsten Tagen an die Haushalte in NRW und Schleswig-Holstein verteilen und mit Plakatwerbung die Bürger der beiden Bundesländer dazu ermunte […]
  • RSS Atlas Shrugs

    • An error has occurred; the feed is probably down. Try again later.

Nimm meine Schuld auf dich (Die Zeit)

Posted by sioede on January 8, 2010

DIE ZEIT – Nimm meine Schuld auf dich

Wie tief ist der politische Riss zwischen Orient und Okzident? Die Religionsgeschichte gibt Antworten

Von Mordechay Lewy

Selbst nach den Terroranschlägen vom 11. September bleibt die herrschende Tendenz in Europa, das Aufeinanderprallen der Zivilisationen zu ignorieren. Die Reaktionen sind aufklärerisch, beschwichtigend, harmonieorientiert oder apologetisch auf jeden Fall nicht konfrontativ. Stimmen wie die von Silvio Berlusconi, Oriana Fallaci oder V. S. Naipaul, die den Zivilisationskampf zwischen Okzident und Orient verkünden, haben Seltenheitswert. Ihre Äußerungen werden in der westlichen Öffentlichkeit als Tabubruch empfunden und entfachen Wellen der Entrüstung. Es gilt nicht als politisch korrekt, sich darüber öffentlich zu äußern. Diese Zurückhaltung des Okzidents ist in kulturellen Verhaltensmustern begründet, die im Zusammenhang mit gegensätzlichen orientalischen Kulturtraditionen betrachtet werden müssen.

Orient und Okzident sind aus ihrer eigenen Geschichte entstandene Kulturräume, die wegen ihrer geopolitischen Nähe füreinander von großer Bedeutung waren und es auch in Zukunft bleiben werden. Diese Dichotomie ist keineswegs nur eine Erfindung des Okzidents, wie es die These des Kulturwissenschaftlers Edward Said vom orientalism behauptet, die sowohl in der westlichen akademischen Welt als auch in islamistischen Kreisen auf breite Zustimmung gestoßen ist. Geografisch gesehen, ist der Orient die islamisch-arabische Welt im Mittelmeerraum und im Nahen Osten. Es ist eine Welt, die keine strikte Trennung zwischen Religion und Staat vollzogen hat. Säkularismus existiert im Orient in Ansätzen nur dort, wo er von oben verordnet wird und sich auf die Macht der Bajonette berufen kann. Es ist eine Welt, in der der Islam den Alltag der Mehrheit der Bevölkerung geprägt hat und entscheidend mitformt. Okzident ist geografisch die westliche Welt, hauptsächlich Europa und Nordamerika. Ihre Wertvorstellungen nähren sich aus der jüdisch- christlichen Tradition. Sie ist der Demokratie und der Säkularisierung (also der Trennung von Staat und Religion) verpflichtet.

Nur wenige Muslime sehen heute den Okzident als die Wertegemeinschaft der jüdisch-christlichen Zivilisation an. Weil die Religion in Europa an politischer Macht eingebüßt hat, sehen die Muslime im Christentum keine Gefahr mehr. Vielmehr erscheint ihnen der Okzident als eine säkularisierte, vom Materialismus beherrschte Macht, die gegenüber der arabischen-islamischen Welt Imperialismus und Ausbeutung betreibt. Den strengen Muslimen und radikalen Islamisten erscheint der Westen als ein Hort der Dekadenz und Gottlosigkeit. Auf der anderen Seite ist das Bild vom Orient bei der großen Mehrheit der Bevölkerung des Westens durch agressiven religiösen Fanatismus, gesellschaftliche Rückständigkeit und politische Unmündingkeit geprägt.

Die etablierten Kirchen im Okzident nehmen aberihre eigene Kultur ähnlich wahr, wie es die islamische Welt tut. Besorgt durch den Wertepluralismus im postmodernen Zeitalter, lamentieren Kirchenvertreter über den grassierenden Materialismus, die dekadente Kultur und die herrschende Gottlosigkeit. Sowohl die Kirchen und als auch die Islamisten hoffen auf religiöse Umkehr. Die religiöse Potenz des Islam ruft zwar ein tiefes Unbehagen hervor, imponiert zugleich aber denjenigen im Westen, die hoffen, dass der christliche Glaube einst wieder Berge versetzen kann. Kürzlich betonte der Jesuitenpater Christian W. Troll, man habe im Dialog mit dem Islam universale Werte gemeinsam durchzusetzen gegen jenen Humanismus, der die Religion aus der öffentlichen Sphäre herausdrängen will.

Die Dekadenzkritik der Islamisten und der christlichen Kirchenvertreter ist aber asymmetrisch. Die islamische Geistlichkeit richtet diese Kritik gegen den vermeintlich korrumpierenen westlichen Einfluss auf die arabisch-islamische Welt. Die eigene Welt ist heil geblieben. Sie muss nur von der westlichen Kontaminierung befreit werden. Zwischen Islam und Kirche gibt es auch gemeinsame Interessen in gesellschaftspolitischen Fragen, etwa bei der Abtreibung, der Stammzellenforschung und dem Klonen von Menschen. Die areligiöse Mehrheit im Westen beurteilt die Rolle der eigenen Kirchen und der Religion insgesamt als marginal. In ihrer Wahrnehmung des Orients aber nimmt der Islam die zentrale Stelle ein. Innerhalb dieser areligiösen Mehrheit wiederum gibt es eine intellektuelle Schicht, deren Bild vom Orient durch die Politik- und Sozialforschung geprägt wird. Ihrer eigenen politischen Sozialisierung auf der Linken gemäß, pflegt sie ein Weltbild, in dem Religionen keine gestaltende Rolle spielen. Daher wird die Macht des heutigen Islam in dieser Schicht unterbewertet. Ihr Bild von der arabischen Welt ist das eines Opfers kapitalistischer Ausbeutung und imperialer Dominanz. Sie hält den islamischen Terrorismus zwar für verabscheuungswürdig, aber sieht in ihm keinen Zivilisationsbruch. Ihre Protagonisten sind der Meinung, dass man die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen ändern müsse, um den Sumpf auszutrocknen, in dem Terrorismus entstehen konnte. Innerhalb dieser Schicht ist die Bereitschaft, den Westen zu beschuldigen, sehr groß. Intellektuelle wie Susan Sonntag, Noam Chomski, Tiziano Terzani oder Arundhati Roy üben Zivilisationskritik an der westlichen Welt und weisen die Schuld am schlechten Verhältnis zum Orient in erster Linie den USA zu. Während im Okzident also eine Vielfalt der Wahrnehmungen des Orients besteht, bleibt das Bild des Okzidents im Orient monolithisch. Wer eine differenzierte Wahrnehmung des Westens hat, kann sich dort nur bedingt artikulieren.

Es lohnt sich, das Spannungsverhältnis zwischen Orient und Okzident als eine dialektische Beziehung zu betrachten, die beim Zusammenprall einer Schuldzuweisungskultur (blame society) mit einer Schuldkultur (guilt society) entsteht. Kulturanthropologen arbeiten bisher mit den Begriffen Schuldkultur (im Westen) und Schamkultur (in Ostasien und Afrika). Die vorgeschlagene Sicht aber kann helfen zu verstehen, warum die Schuldgefühle im Okzident so weit gehen können, dass die Solidarität mit der eigenen Kultur bis zur Selbstverleugnung verweigert wird. Zu fragen ist andererseits, warum der Orient kaum Verantwortung für selbst verschuldete Unzulänglichkeiten übernehmen kann. Der Orient hat sich seit Jahrzehnten in Verschwörungstheorien und sich selbst erfüllende Prophezeiungen verstrickt. Dazu acht Thesen:

1. Im Orient wird die eigene Schuld und Unzulänglichkeit verdrängt und anderen zugeschoben. Selbstkritik ist selten zu finden. Die Korrekturfähigkeit ist daher begrenzt.

2. Im Orient wird die Opferrolle bevorzugt. Zur Begründung dieses Verhaltensmusters werden Verschwörungstheorien geschmiedet.

3. Der Islam kennt keine Erbsünde und daher keine historisch tradierte Kollektivschuld.

4. Der Islam begünstigt nicht die Gestaltung des freien Willens und der eigenen Verantwortung. Im islamischen Menschenbild steht der freie Wille neben der allumfassenden Vorherbestimmung Allahs, ohne dass die islamischen Theologen bisher beide Grundsätze miteinander in Einklang bringen konnten.

5. Im Okzident neigt man zum Schuldbekenntnis, ob zu Recht oder zu Unrecht. Daher wird häufig die Täterrolle übernommen.

6. Die Schuldkultur im Okzident begünstigt die Selbstkritik, aber auch die eigene Korrekturfähigkeit.

7. Im heutigen Okzident ist die religiös begründete Vorstellung von der Erbsünde teilweise säkularisiert und drückt sich in Schuldbekenntnissen auch gegenüber der islamisch-arabischen Welt aus.

8. In dem offenen oder verdeckten Konflikt zwischen beiden Kulturen kann der Okzident nicht frei handeln, und zwar aufgrund selbst auferlegter moralischer Zwänge. Diese Selbstbeschränkung wird von der aggressiven Schuldzuweisungskultur des Orients als Schwäche wahrgenommen. Sie wird in Konfliktsituationen nicht honoriert, sondern ausgenutzt.

Sigmund Freud behauptete, das Schuldgefühl sei das wichtigste Problem der Kulturentwicklung. Die Regulation sozialen Verhaltens (Kultur) liegt in den Händen des Über-Ichs (des Gewissens). Dieses bedient sich des Schuldgefühls. Nach Freud hat der abendländische Mensch die Schuld verinnerlicht. Das beruht, zumindest symbolisch, auf der biblischen Erzählung von der Erbsünde, die zum Übergang vom unschuldigen Naturzustand zur Teilung in Gut und Böse führte. Eine Erbsünde im abendländischen Verständnis gibt es im Islam jedoch nicht. Die Vertreibung aus dem Paradies ist im Koran kein Schlüsselerlebnis. Allah vergibt alle Sünden, groß und klein, wenn der Sünder Reue und Bereitschaft zur Umkehr zeigt. Es gibt im Koran keinen ausgangsoffenen Kampf zwischen Gut und Böse. In der abendländischen Tradition kann Satan den Menschen verführen (das faustische Motiv). Im Islam entwaffnet der Satan sich selbst, indem er in der Sure 14,22 zugibt, über die Menschen keine Macht ausüben zu können. Ein praktizierender Muslim erlangt seine Gewissheit, das Heil zugeteilt zu bekommen, einzig und allein durch die Erfüllung aller Gebote Allahs. Dieses Verhalten erspart ihm die Gewissensqualen, die dem Christentum immanent sind. In der islamischen Auffassung gilt die Schuld zwar als persönliche Bürde, die aber mit der strikten rituellen Befolgung der Gebote Allahs abgetragen werden kann. Der muslimische Orient kennt kein kollektives Schuldbekenntnis, das historisch an die nächsten Generationen tradiert würde.

Im Okzident dagegen ist die christlich geprägte Idee der Erbsünde Bestandteil des westlichen Zivilisationsverständnisses geworden. Die Erbsünde wurde säkularisiert. Man fühlt sich etwa dafür schuldig, reich zu sein, auch wenn man seinen Reichtum mühevoll erarbeitet hat. Ebenso plagen einen Gewissensbisse bei der Ausübung von Macht, auch wenn die Machtmittel legitim sind. Der Antikolonialismus, der Antikapitalismus und der Affekt gegen die Globalisierung speisen sich aus solchen Schuldgefühlen, die man gegenüber der Dritten Welt empfindet. Trotz seines Erdölreichtums ist der Orient in dieses Opferbild eingeschlossen. Damit hat er Anteil an der Schlüsselgewalt der zu vergebenden Absolution. Als Schuldtilgung gelten finanzielle Zuwendungen an Entwicklungsländer. Gegenüber dem Orient soll Schuld eher durch politische Rücksichtnahme abgegolten werden. Die Islamisten verabscheuen die demokratischen Werte, da sie von Menschenhand stammen und damit im Widerspruch zur Scharia stehen, die göttlichen Ursprungs ist. Wenn sie selbst aber politisch verfolgt werden, scheuen sie sich nicht, die undemokratischen Verfahren anzuprangern und an die Menschenrechte zu appellieren. Manch schuldbewusster Abendländer lässt sich von dieser Heuchelei beeindrucken.

Islamwissenschaftler verweisen auf den Begriff Mumarah (Verschwörung) als Ausdruck einer kulturell verankerten Sichtweise, die dem eigenen Schicksalsglauben (Kismet) Vorschub leistet. Gemeint ist die tröstende Erklärung für Schicksalsschläge, die den unerklärbaren göttlichen Willen zur Voraussetzung haben. Damit wird dem Kismet ein religiöser Sinn gegeben. Islamwissenschaftler billigen dem Glauben an Kismet kaum einen theologischen Stellenwert zu. Für sie gehört er eher in den Bereich der Volksreligion. Wenn dem Muslim von Allah ein Los zugeteilt wird, das er selbst nicht beeinflussen kann, übt er auch keine eigene Verantwortung aus. So entsteht die Neigung, Ereignisse mit dem Eingriff äußerer Kräfte zu erklären, statt sie auf eigene Unzulänglichkeit zurückzuführen.

Bernard Lewis schildert in seinem neuesten Buch What went wrong? eine historische Kette von Schuldzuweisungen an externe Übeltäter, die für die Antwort auf die typisch arabische Frage Wer hat uns das angetan? herhalten mussten. In einer Umfrage anlässlich des ersten Jahrestages der Anschläge des 11. September, die von der ägyptischen Zeitung al-Ahram Weekly unter ihren Lesern durchgeführt wurde, waren 81 Prozent der Befragten nicht bereit, die Verantwortlichkeit irgendeines Arabers an der Tat zuzugeben. Wohlgemerkt: Bin Laden hatte sich schon längst zu der Tat bekannt. Das Verschwörungssyndrom schiebt die Schuld anderen, vorzugsweise dem Westen, zu. Die Araber empfinden sich oft als Opfer, nie als Täter. Allerdings gibt es auch Lichtblicke: Arabische Intellektuelle wie Abdelwahab Meddeb, Mohammed Talbi, oder Abdou Filali-Ansary erhoffen sich die Erneuerung der Korrekturfähigkeit durch den Anschluss des Islam an die Aufklärung.

Oft wurden die Reformation, die Aufklärung oder die bürgerliche Freiheitsrevolutionen herangezogen, um den zivilisatorischen Vorsprung des Okzidents zu erklären. Aus der Krise des Osmanischen Reiches seit dem späten 17. Jahrhundert zog man in Istanbul die Lehre, dass man den Okzident nachahmen müsse, um Anschluss an die Moderne zu finden. Dieser Versuch setzte die Anerkennung eigener Schwäche und Unzulänglichkeit voraus. Es war der Machterhaltungstrieb, der die Osmanen zu dieser Erkenntnis führte, wobei man manche religiöse Bedenken beiseite ließ. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aber kam die westliche Modernisierung in Verruf: Sie diene nur dem Machterhalt autokratischer arabischer Regime zu dienen. Die arabischen Massen sahen in der Modernisierung ein repressives Instrument der Herrschenden. Alle Übel wurden nun auf die Nachahmung des Westens zurückgeführt. Verbunden war dies mit einer immer aggressiveren Interpretation des Islam. Wie soll der in die postmoderne Orientierungskrise geratene Westens mit dieser Schuldzuweisung umgehen? Eine Kultur, die Schuldbekenntnis und Selbstkritik gewohnt ist, neigt dazu, die an sie gerichteten Schuldzuweisungen ernst zu nehmen. Damit aber diese Bereitschaft nicht den eigenen Überlebensinstinkt paralysiert, muss man sich eingestehen, dass der Okzident in einer kulturellen Konfrontation mit dem Orient steht. Eine Situation allerdings, wie sie Heinrich Heines Verse An Edom in bezug auf den Konflikt zwischen Juden und Christen schildern, sollte im Konflikt mit der arabisch-islamischen Welt vermieden werden: Jetzt wird unsre Freundschaft fester, / Und noch täglich nimmt sie zu / Denn ich selbst begann zu rasen, / Und ich werde fast wie Du.

(c) DIE ZEIT 04/2003

Advertisements

One Response to “Nimm meine Schuld auf dich (Die Zeit)”

  1. Good information about cyprus keep up the good work.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

 
%d bloggers like this: