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Nimm meine Schuld auf dich (Die Zeit)

Posted by sioede on January 8, 2010

DIE ZEIT – Nimm meine Schuld auf dich

Wie tief ist der politische Riss zwischen Orient und Okzident? Die Religionsgeschichte gibt Antworten

Von Mordechay Lewy

Selbst nach den Terroranschlägen vom 11. September bleibt die herrschende Tendenz in Europa, das Aufeinanderprallen der Zivilisationen zu ignorieren. Die Reaktionen sind aufklärerisch, beschwichtigend, harmonieorientiert oder apologetisch auf jeden Fall nicht konfrontativ. Stimmen wie die von Silvio Berlusconi, Oriana Fallaci oder V. S. Naipaul, die den Zivilisationskampf zwischen Okzident und Orient verkünden, haben Seltenheitswert. Ihre Äußerungen werden in der westlichen Öffentlichkeit als Tabubruch empfunden und entfachen Wellen der Entrüstung. Es gilt nicht als politisch korrekt, sich darüber öffentlich zu äußern. Diese Zurückhaltung des Okzidents ist in kulturellen Verhaltensmustern begründet, die im Zusammenhang mit gegensätzlichen orientalischen Kulturtraditionen betrachtet werden müssen.

Orient und Okzident sind aus ihrer eigenen Geschichte entstandene Kulturräume, die wegen ihrer geopolitischen Nähe füreinander von großer Bedeutung waren und es auch in Zukunft bleiben werden. Diese Dichotomie ist keineswegs nur eine Erfindung des Okzidents, wie es die These des Kulturwissenschaftlers Edward Said vom orientalism behauptet, die sowohl in der westlichen akademischen Welt als auch in islamistischen Kreisen auf breite Zustimmung gestoßen ist. Geografisch gesehen, ist der Orient die islamisch-arabische Welt im Mittelmeerraum und im Nahen Osten. Es ist eine Welt, die keine strikte Trennung zwischen Religion und Staat vollzogen hat. Säkularismus existiert im Orient in Ansätzen nur dort, wo er von oben verordnet wird und sich auf die Macht der Bajonette berufen kann. Es ist eine Welt, in der der Islam den Alltag der Mehrheit der Bevölkerung geprägt hat und entscheidend mitformt. Okzident ist geografisch die westliche Welt, hauptsächlich Europa und Nordamerika. Ihre Wertvorstellungen nähren sich aus der jüdisch- christlichen Tradition. Sie ist der Demokratie und der Säkularisierung (also der Trennung von Staat und Religion) verpflichtet.

Nur wenige Muslime sehen heute den Okzident als die Wertegemeinschaft der jüdisch-christlichen Zivilisation an. Weil die Religion in Europa an politischer Macht eingebüßt hat, sehen die Muslime im Christentum keine Gefahr mehr. Vielmehr erscheint ihnen der Okzident als eine säkularisierte, vom Materialismus beherrschte Macht, die gegenüber der arabischen-islamischen Welt Imperialismus und Ausbeutung betreibt. Den strengen Muslimen und radikalen Islamisten erscheint der Westen als ein Hort der Dekadenz und Gottlosigkeit. Auf der anderen Seite ist das Bild vom Orient bei der großen Mehrheit der Bevölkerung des Westens durch agressiven religiösen Fanatismus, gesellschaftliche Rückständigkeit und politische Unmündingkeit geprägt.

Die etablierten Kirchen im Okzident nehmen aberihre eigene Kultur ähnlich wahr, wie es die islamische Welt tut. Besorgt durch den Wertepluralismus im postmodernen Zeitalter, lamentieren Kirchenvertreter über den grassierenden Materialismus, die dekadente Kultur und die herrschende Gottlosigkeit. Sowohl die Kirchen und als auch die Islamisten hoffen auf religiöse Umkehr. Die religiöse Potenz des Islam ruft zwar ein tiefes Unbehagen hervor, imponiert zugleich aber denjenigen im Westen, die hoffen, dass der christliche Glaube einst wieder Berge versetzen kann. Kürzlich betonte der Jesuitenpater Christian W. Troll, man habe im Dialog mit dem Islam universale Werte gemeinsam durchzusetzen gegen jenen Humanismus, der die Religion aus der öffentlichen Sphäre herausdrängen will.

Die Dekadenzkritik der Islamisten und der christlichen Kirchenvertreter ist aber asymmetrisch. Die islamische Geistlichkeit richtet diese Kritik gegen den vermeintlich korrumpierenen westlichen Einfluss auf die arabisch-islamische Welt. Die eigene Welt ist heil geblieben. Sie muss nur von der westlichen Kontaminierung befreit werden. Zwischen Islam und Kirche gibt es auch gemeinsame Interessen in gesellschaftspolitischen Fragen, etwa bei der Abtreibung, der Stammzellenforschung und dem Klonen von Menschen. Die areligiöse Mehrheit im Westen beurteilt die Rolle der eigenen Kirchen und der Religion insgesamt als marginal. In ihrer Wahrnehmung des Orients aber nimmt der Islam die zentrale Stelle ein. Innerhalb dieser areligiösen Mehrheit wiederum gibt es eine intellektuelle Schicht, deren Bild vom Orient durch die Politik- und Sozialforschung geprägt wird. Ihrer eigenen politischen Sozialisierung auf der Linken gemäß, pflegt sie ein Weltbild, in dem Religionen keine gestaltende Rolle spielen. Daher wird die Macht des heutigen Islam in dieser Schicht unterbewertet. Ihr Bild von der arabischen Welt ist das eines Opfers kapitalistischer Ausbeutung und imperialer Dominanz. Sie hält den islamischen Terrorismus zwar für verabscheuungswürdig, aber sieht in ihm keinen Zivilisationsbruch. Ihre Protagonisten sind der Meinung, dass man die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen ändern müsse, um den Sumpf auszutrocknen, in dem Terrorismus entstehen konnte. Innerhalb dieser Schicht ist die Bereitschaft, den Westen zu beschuldigen, sehr groß. Intellektuelle wie Susan Sonntag, Noam Chomski, Tiziano Terzani oder Arundhati Roy üben Zivilisationskritik an der westlichen Welt und weisen die Schuld am schlechten Verhältnis zum Orient in erster Linie den USA zu. Während im Okzident also eine Vielfalt der Wahrnehmungen des Orients besteht, bleibt das Bild des Okzidents im Orient monolithisch. Wer eine differenzierte Wahrnehmung des Westens hat, kann sich dort nur bedingt artikulieren.

Es lohnt sich, das Spannungsverhältnis zwischen Orient und Okzident als eine dialektische Beziehung zu betrachten, die beim Zusammenprall einer Schuldzuweisungskultur (blame society) mit einer Schuldkultur (guilt society) entsteht. Kulturanthropologen arbeiten bisher mit den Begriffen Schuldkultur (im Westen) und Schamkultur (in Ostasien und Afrika). Die vorgeschlagene Sicht aber kann helfen zu verstehen, warum die Schuldgefühle im Okzident so weit gehen können, dass die Solidarität mit der eigenen Kultur bis zur Selbstverleugnung verweigert wird. Zu fragen ist andererseits, warum der Orient kaum Verantwortung für selbst verschuldete Unzulänglichkeiten übernehmen kann. Der Orient hat sich seit Jahrzehnten in Verschwörungstheorien und sich selbst erfüllende Prophezeiungen verstrickt. Dazu acht Thesen:

1. Im Orient wird die eigene Schuld und Unzulänglichkeit verdrängt und anderen zugeschoben. Selbstkritik ist selten zu finden. Die Korrekturfähigkeit ist daher begrenzt.

2. Im Orient wird die Opferrolle bevorzugt. Zur Begründung dieses Verhaltensmusters werden Verschwörungstheorien geschmiedet.

3. Der Islam kennt keine Erbsünde und daher keine historisch tradierte Kollektivschuld.

4. Der Islam begünstigt nicht die Gestaltung des freien Willens und der eigenen Verantwortung. Im islamischen Menschenbild steht der freie Wille neben der allumfassenden Vorherbestimmung Allahs, ohne dass die islamischen Theologen bisher beide Grundsätze miteinander in Einklang bringen konnten.

5. Im Okzident neigt man zum Schuldbekenntnis, ob zu Recht oder zu Unrecht. Daher wird häufig die Täterrolle übernommen.

6. Die Schuldkultur im Okzident begünstigt die Selbstkritik, aber auch die eigene Korrekturfähigkeit.

7. Im heutigen Okzident ist die religiös begründete Vorstellung von der Erbsünde teilweise säkularisiert und drückt sich in Schuldbekenntnissen auch gegenüber der islamisch-arabischen Welt aus.

8. In dem offenen oder verdeckten Konflikt zwischen beiden Kulturen kann der Okzident nicht frei handeln, und zwar aufgrund selbst auferlegter moralischer Zwänge. Diese Selbstbeschränkung wird von der aggressiven Schuldzuweisungskultur des Orients als Schwäche wahrgenommen. Sie wird in Konfliktsituationen nicht honoriert, sondern ausgenutzt.

Sigmund Freud behauptete, das Schuldgefühl sei das wichtigste Problem der Kulturentwicklung. Die Regulation sozialen Verhaltens (Kultur) liegt in den Händen des Über-Ichs (des Gewissens). Dieses bedient sich des Schuldgefühls. Nach Freud hat der abendländische Mensch die Schuld verinnerlicht. Das beruht, zumindest symbolisch, auf der biblischen Erzählung von der Erbsünde, die zum Übergang vom unschuldigen Naturzustand zur Teilung in Gut und Böse führte. Eine Erbsünde im abendländischen Verständnis gibt es im Islam jedoch nicht. Die Vertreibung aus dem Paradies ist im Koran kein Schlüsselerlebnis. Allah vergibt alle Sünden, groß und klein, wenn der Sünder Reue und Bereitschaft zur Umkehr zeigt. Es gibt im Koran keinen ausgangsoffenen Kampf zwischen Gut und Böse. In der abendländischen Tradition kann Satan den Menschen verführen (das faustische Motiv). Im Islam entwaffnet der Satan sich selbst, indem er in der Sure 14,22 zugibt, über die Menschen keine Macht ausüben zu können. Ein praktizierender Muslim erlangt seine Gewissheit, das Heil zugeteilt zu bekommen, einzig und allein durch die Erfüllung aller Gebote Allahs. Dieses Verhalten erspart ihm die Gewissensqualen, die dem Christentum immanent sind. In der islamischen Auffassung gilt die Schuld zwar als persönliche Bürde, die aber mit der strikten rituellen Befolgung der Gebote Allahs abgetragen werden kann. Der muslimische Orient kennt kein kollektives Schuldbekenntnis, das historisch an die nächsten Generationen tradiert würde.

Im Okzident dagegen ist die christlich geprägte Idee der Erbsünde Bestandteil des westlichen Zivilisationsverständnisses geworden. Die Erbsünde wurde säkularisiert. Man fühlt sich etwa dafür schuldig, reich zu sein, auch wenn man seinen Reichtum mühevoll erarbeitet hat. Ebenso plagen einen Gewissensbisse bei der Ausübung von Macht, auch wenn die Machtmittel legitim sind. Der Antikolonialismus, der Antikapitalismus und der Affekt gegen die Globalisierung speisen sich aus solchen Schuldgefühlen, die man gegenüber der Dritten Welt empfindet. Trotz seines Erdölreichtums ist der Orient in dieses Opferbild eingeschlossen. Damit hat er Anteil an der Schlüsselgewalt der zu vergebenden Absolution. Als Schuldtilgung gelten finanzielle Zuwendungen an Entwicklungsländer. Gegenüber dem Orient soll Schuld eher durch politische Rücksichtnahme abgegolten werden. Die Islamisten verabscheuen die demokratischen Werte, da sie von Menschenhand stammen und damit im Widerspruch zur Scharia stehen, die göttlichen Ursprungs ist. Wenn sie selbst aber politisch verfolgt werden, scheuen sie sich nicht, die undemokratischen Verfahren anzuprangern und an die Menschenrechte zu appellieren. Manch schuldbewusster Abendländer lässt sich von dieser Heuchelei beeindrucken.

Islamwissenschaftler verweisen auf den Begriff Mumarah (Verschwörung) als Ausdruck einer kulturell verankerten Sichtweise, die dem eigenen Schicksalsglauben (Kismet) Vorschub leistet. Gemeint ist die tröstende Erklärung für Schicksalsschläge, die den unerklärbaren göttlichen Willen zur Voraussetzung haben. Damit wird dem Kismet ein religiöser Sinn gegeben. Islamwissenschaftler billigen dem Glauben an Kismet kaum einen theologischen Stellenwert zu. Für sie gehört er eher in den Bereich der Volksreligion. Wenn dem Muslim von Allah ein Los zugeteilt wird, das er selbst nicht beeinflussen kann, übt er auch keine eigene Verantwortung aus. So entsteht die Neigung, Ereignisse mit dem Eingriff äußerer Kräfte zu erklären, statt sie auf eigene Unzulänglichkeit zurückzuführen.

Bernard Lewis schildert in seinem neuesten Buch What went wrong? eine historische Kette von Schuldzuweisungen an externe Übeltäter, die für die Antwort auf die typisch arabische Frage Wer hat uns das angetan? herhalten mussten. In einer Umfrage anlässlich des ersten Jahrestages der Anschläge des 11. September, die von der ägyptischen Zeitung al-Ahram Weekly unter ihren Lesern durchgeführt wurde, waren 81 Prozent der Befragten nicht bereit, die Verantwortlichkeit irgendeines Arabers an der Tat zuzugeben. Wohlgemerkt: Bin Laden hatte sich schon längst zu der Tat bekannt. Das Verschwörungssyndrom schiebt die Schuld anderen, vorzugsweise dem Westen, zu. Die Araber empfinden sich oft als Opfer, nie als Täter. Allerdings gibt es auch Lichtblicke: Arabische Intellektuelle wie Abdelwahab Meddeb, Mohammed Talbi, oder Abdou Filali-Ansary erhoffen sich die Erneuerung der Korrekturfähigkeit durch den Anschluss des Islam an die Aufklärung.

Oft wurden die Reformation, die Aufklärung oder die bürgerliche Freiheitsrevolutionen herangezogen, um den zivilisatorischen Vorsprung des Okzidents zu erklären. Aus der Krise des Osmanischen Reiches seit dem späten 17. Jahrhundert zog man in Istanbul die Lehre, dass man den Okzident nachahmen müsse, um Anschluss an die Moderne zu finden. Dieser Versuch setzte die Anerkennung eigener Schwäche und Unzulänglichkeit voraus. Es war der Machterhaltungstrieb, der die Osmanen zu dieser Erkenntnis führte, wobei man manche religiöse Bedenken beiseite ließ. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aber kam die westliche Modernisierung in Verruf: Sie diene nur dem Machterhalt autokratischer arabischer Regime zu dienen. Die arabischen Massen sahen in der Modernisierung ein repressives Instrument der Herrschenden. Alle Übel wurden nun auf die Nachahmung des Westens zurückgeführt. Verbunden war dies mit einer immer aggressiveren Interpretation des Islam. Wie soll der in die postmoderne Orientierungskrise geratene Westens mit dieser Schuldzuweisung umgehen? Eine Kultur, die Schuldbekenntnis und Selbstkritik gewohnt ist, neigt dazu, die an sie gerichteten Schuldzuweisungen ernst zu nehmen. Damit aber diese Bereitschaft nicht den eigenen Überlebensinstinkt paralysiert, muss man sich eingestehen, dass der Okzident in einer kulturellen Konfrontation mit dem Orient steht. Eine Situation allerdings, wie sie Heinrich Heines Verse An Edom in bezug auf den Konflikt zwischen Juden und Christen schildern, sollte im Konflikt mit der arabisch-islamischen Welt vermieden werden: Jetzt wird unsre Freundschaft fester, / Und noch täglich nimmt sie zu / Denn ich selbst begann zu rasen, / Und ich werde fast wie Du.

(c) DIE ZEIT 04/2003

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One Response to “Nimm meine Schuld auf dich (Die Zeit)”

  1. Good information about cyprus keep up the good work.

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