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Huntington hatte den “Kampf der Kulturen” schon 1993 vorhergesehen

Posted by sioede on January 8, 2010

http://www.buchtest.de/rezension/kampf-der-kulturen.html

Kampf der Kulturen

Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert

Auch nach 15 Jahren lässt sich mit der Theorie vom Kampf der Kulturen von Samuel Huntington viel erklären – ja, er ist aktueller denn je und direkt vor unserer Haustür angekommen!

Von Felix Struening

Der Kampf der Kulturen ist längst zum politischen Kampfbegriff geworden, zum legitimatorischen Schlachtruf der einen und zum Kritikpunkt der anderen. Doch was steckt wirklich hinter dem viel gebrauchten Schlagwort und was ist heute noch geblieben von Samuel Philips Huntingtons Thesen, die nach ihrem Erscheinen Mitte der 1990er Jahre für solchen weltpolitischen Wirbel sorgten? Immerhin haben wir seitdem das Ende des Krieges im ehemaligen Jugoslawien, einen neuen in Afghanistan und einen dritten am Golf gesehen, ganz zu schweigen von den Attentaten am 11. September 2001 in Amerika sowie später in Madrid und London. Sind das alles Bestätigungen für den clash of civilizations?

Der Kampf der Kulturen nach dem Kalten Krieg

Der Weihnachten 2008 verstorbene U.S.-Politikwissenschaftler Huntington unterteilt in seinem Modell die Welt in sieben bis acht Kulturkreise. Die weltpolitisch wichtigsten sind für ihn dabei der Westen (Europa und die USA), der Islam sowie der sinische Kulturkreis (China und kleinere Staaten). Mit diesem Modell der Kulturen will Huntington das Mächteverhältnis der multipolaren und multikulturellen Welt nach Ende des Kalten Krieges erfassen.

Im nicht-deutschen Sprachgebrauch handelt es sich dabei um Zivilisationen, also um die jeweils „größte kulturelle Einheit“ bzw. die „allgemeinste Ebene kultureller Identität des Menschen“. Wie die Übersetzer und der Autor selbst anmerken, ist die Begriffsverwendung im Deutschen aber genau anders herum, was bei der Lektüre zu viel Verwirrung führen kann, da Zivilisation, Kultur und Kulturkreis nahezu synonym verwendet werden bzw. oft nicht klar wird, ob nun das englische civilization oder ein deutschsprachiger Zivilsationsgrad gemeint ist.

Während die Religion meist das wichtigste verbindende Merkmal für eine Kultur im Sinne Huntingtons ist, wird der Begriff Ideologie von ihm rein politisch gedacht. Die definierten Kulturen sind in ihrer Eigenart aber gerade nicht politisch, sie können sich höchstens im Idealfall mit einer politischen Einheit decken. Die meisten Kulturen verfügen dabei über einen Kernstaat, lediglich in der islamischen Kultur konnte sich kein Staat als führend durchsetzen, ebenso wenig in der afrikanischen, so diese denn überhaupt als eigenständige, einheitliche Kultur zu denken ist, was selbst Huntington bezweifelt.

Kämpfe zwischen den Kulturen finden nun vorwiegend als Kernstaatenkonflikte oder als Bruchlinienkriege an den Grenzen bzw. Übergängen der jeweiligen Kulturen statt. Dabei stellt sich heraus, dass derzeit weltpolitisch der Westen aufgrund seiner Dominanz in den letzten Jahrhunderten allen anderen Kulturen gegenüber steht und dass die westlichen Werte überall immer weniger gelten. Die Indigenisierung der anderen Kulturen, also die Modernisierung ohne Verwestlichung der Werte, ja sogar mit einer Rückwendung zu den eigenen Werten und Religionen, schreitet voran. Während die asiatischen Staaten dabei vor allem Selbstbewusstsein aus einem massiven Wirtschaftswachstum schöpfen, erleben die muslimischen Länder eine Bevölkerungsexplosion, die massive Migrationsbewegungen auslöst und so die islamische Werteordnung verbreitet.

Der Kampf der Kulturen in der Kritik

Schon beim ersten Äußern der These des clash of civilizations 1993 in der Zeitschrift „Foreign Affairs“ erhielt Huntington enormen Gegenwind, der auch nach der ausführlichen Begründung in Buchform 1996 nicht verebbte. Hauptvorwurf war und bleibt das Konzept der Kulturen, vor allem, weil Huntington als jeweils gemeinsames Merkmal mal die Sprache, dann die Religion oder die geografische Lage benennt.

Doch jedes Modell muss vereinfachen, um Prozesse und Entwicklungen sichtbar zu machen. Kein Modell der Politikwissenschaft wird die wirkliche Lage korrekt abbilden bzw. unfehlbar sein. Es geht deshalb gar nicht darum, ob Huntington mit seinem Konstrukt der Kulturen in jedem Fall recht hat, sondern ob es auftretende Situationen – in diesem Fall vor allem Konflikte – ausreichend erklärt. Wie Huntington selbst mit Thomas S. Kuhn argumentiert, müsse eine Theorie eben bei weitem nicht alles erklären können, sondern nur besser als alle anderen sein.

Außerdem lenkt jeder, der sich lediglich auf die Kritik des Kulturmodells versteift, letztlich nur von der erdrückenden Beweislast, die Huntington vorwiegend gegen den Islam anführt, ab. Denn selbst wenn man die islamisch geprägten Länder nicht als eine einheitliche islamische Kultur auffasst, so gehen doch die meisten Konflikte von islamischen Ländern aus, wie der Autor vorrechnet. Ergänzend könnte man die Menge der Terroranschläge hinzufügen, die im Namen des Islam verübt werden. Damit haben die islamischen Staaten bzw. muslimischen Akteure dann aber wieder ein gemeinsames Merkmal, das sie für die vergleichende Perspektive zusammenfassbar macht.

Hinzu kommt, dass die Aufteilung der Welt in Kulturen eigentlich eine genuin islamische Sichtweise ist. Freilich wird hier nur zwischen dem dar al-islam (Haus des Islams) dar al-harb (Haus des Krieges, also alle nicht-islamisierten Gebiete) unterschieden. Der libanesische Islamwissenschaftler Ralph Ghadban warf Huntington deswegen vor, das Modell nur kopiert zu haben, man kann dies aber auch als Bestätigung seiner These verstehen.

Der Kampf der Kulturen 2.0 – direkt vor unserer Haustür

Huntington denkt den Kampf der Kulturen vor allem aus der Perspektive der internationalen Politik, da er noch von einer weitgehenden territorialen Trennung der Kulturen ausgeht. Tatsächlich ist die Konkurrenz Chinas zum Westens ein Kernstaatenkonflikt geblieben, der sich weiterhin verschärft. Doch die vielleicht wichtigste Erkenntnis bei der Lektüre anderthalb Jahrzehnte nach der Veröffentlichung des Buches ist, dass der Konflikt zwischen dem Westen und dem Islam vor allem auch ein innenpolitischer geworden ist.

Zwar steht der Westen in Afghanistan und dem Irak sowie unterschwellig auch in Israel in einem direkten Kulturkampf mit dem Islam. Doch durch die Arbeits- und Flüchtlingsmigration seit den 1960er Jahren hat vor allem Europa einen schnell wachsenden Bevölkerungsanteil von Muslimen erhalten. Deshalb ziehen sich die Bruchlinienkonflikte mittlerweile direkt durch unsere Staaten, muslimische Parallel- und Gegengesellschaften inmitten unserer Städte sind längst Realität. Auch Huntington sah in dem Fehlen eines islamischen Kernstaates große Instabilität, hielt jedoch westliche und muslimische Gesellschaften für geografisch so getrennt, dass hier keine Gebietsfragen zu klären seien.

Diesen innenpolitischen gewordenen Kampf der Kulturen könnte man aber problemlos mit Huntington erklären, wenn man die außenpolitischen Kategorien von militärischer und wirtschaftlicher Macht um die gezielte gesellschaftliche Unterwanderung z. B. durch die Muslim-Bruderschaft in Europa erweitert. Ja, er erscheint geradezu als zwingende Konsequenz, wenn sich die kulturelle Einheit einer Gesellschaft auflöst und verschiedene Kulturen aufeinanderprallen – so die wörtliche Übersetzung des clash of civilizations.

Weiterhin geht Huntington noch immer von Staaten als den maßgeblich handelnden Akteuren im weltpolitischen Geschehen aus und erwähnt den islamischen Terrorismus nur am Rande. International agierende Organisationen und Netzwerke wie al-Qaida sowie lokal agierende irreguläre Truppen bzw. (Selbstmord-)Attentäter spielen jedoch in den Konflikten und Kriegen eine immer größere Rolle.

Hierbei dürfte es sich aber lediglich um eine Entwicklung handeln, die Huntington noch nicht absehen konnte, denn die asymmetrischen Kriege sind erst in den letzten Jahren gründlich erforscht worden. Letztlich handelt es sich dabei auch vorwiegend um den Bedeutungsgewinn von internationalen Akteuren, den auch Huntington – bei gleichem kulturellen Hintergrund in jeder Organisation – vorausgesagt hatte.

Zwingt der Kampf der Kulturen zum Krieg gegen den Islam?

Was immer wieder verwundert, ist die von Huntington versuchte Trennung zwischen Kultur und Politik. Huntington beschäftigt sich fast gar nicht mit den Regierungsformen in den verschiedenen Kulturen und diskutiert demzufolge auch nicht den Rang der westlichen Demokratie im Verhältnis zu den größtenteils Diktaturen der anderen Kulturen, wie es beispielsweise Robert Kagan in seinem großartigen Buch „Die Demokratie und ihre Feinde“ getan hat. Und dass, obwohl Huntington mit seinen Schriften zur Demokratisierung und Gesellschaftsformung bereits vor dem „Kampf der Kulturen“ ideengeschichtliche Meilensteine gesetzt hatte.

Dadurch wird deutlich, dass es dem Autor nicht um eine Bewertung der jeweiligen Werte an sich geht, dazu ist er viel zu sehr Realpolitiker. Dass sich Huntington in seinem Ausblick auf die Zukunft letztlich gegen den Multikulti-Gedanken wendet, ist zwingende Konsequenz aus seinem Modell, das die kulturelle Einheit einer jeweiligen Gesellschaft erfordert. Zugleich sieht er den Westen aber nicht als besser als die anderen Kulturen an, sondern nur als besonders mit seinen Werten. Realpolitisch gesehen bedeutet dies nicht, einen höheren Zivilisationsgrad zu haben, geschweige denn, dass die anderen Kulturen diese Werte übernehmen werden. Huntingtons Empfehlung an die Politik lautet in der Folge auch: „Die vornehmste Aufgabe der führenden Politiker des Westens ist daher nicht, andere Kulturen nach dem Bild des Westens umformen zu wollen, was nicht in ihrer schrumpfenden Macht liegt, sondern die einzigartigen Qualitäten der westlichen Kultur zu erhalten, zu schützen und zu erneuern.“

Der häufig geäußerte Vorwurf, Huntington lasse mit seiner Schrift dem Westen keinen anderen Ausweg, als den Krieg gegen den Islam, ist also lächerlich. Denn ob unsere Freiheit nun am Hindukusch zu verteidigen ist oder ob der Krieg in Afghanistan lediglich von eurozentristischen und wirtschaftlichen Interessen geleitet wird, ist mit Huntingtons These noch nicht beantwortet.

Außerdem kann die Notwendigkeit einer militärischen Intervention oder Verteidigung ja nicht aus einer Theorie entstehen, sondern nur aus den empirischen Umständen, die diese Theorie zu erfassen sucht. Wenn also tatsächlich die U.S.-Regierung aufgrund Huntingtons These die islamische Kultur in Afghanistan und dem Irak angegriffen haben sollte, dann kann man dies mit Huntingtons These erklären, ursächlich bleibt aber immer noch die (angenommene) islamische Provokation.

Was bleibt vom Kampf der Kulturen?

Nur knapp 15 Jahre nach Erscheinen des Buches und nur rund 20 Jahre nach Zusammenbruch des Sowjetimperiums hat sich viel von Huntingtons Thesen bewahrheitet. Anders als die These vom „Ende der Geschichte“ Francis Fukuyamas hat sich der Kampf der Kulturen nicht als Eintagsfliege herausgestellt. Das für 2010 gemalte Worst-Case-Szenario ist freilich nicht eingetreten und auch manch anderer Konflikt hat sich anders gestaltet. Natürlich sind viele Daten veraltet und die aktuellen Kriege und Krisen noch nicht erfasst.

Doch in seiner Argumentation bleibt der „Kampf der Kulturen“ ein lehrreiches und Augen-öffnendes Buch, an dem man tatsächlich sehr gut seine „intellektuellen Zähne“ wetzen kann, wie Josef Joffe es einst formulierte. Denn die Grundtendenzen stimmen: Chinas und Indiens wirtschaftlicher Aufstieg und darauf folgende Hegemoniebestrebungen trafen ebenso ein, wie die massive Zunahme kultureller Re-Identifizierung und religiöser Rückbesinnung außerhalb des Westens. Schließlich hat sich der Islam als die größte Bedrohung für den freien Westen herausgestellt. Er ist – wie Huntington richtig festhält – „die einzige Kultur, die das Überleben des Westens hat fraglich erscheinen lassen“. Denn wie „die Geschichte der letzten 1400 Jahre lehr[e]“, ist nicht der islamische Fundamentalismus das Problem, sondern „der Islam, eine andere Kultur, deren Menschen von der Überlegenheit ihrer Kultur überzeugt und von der Unterlegenheit ihrer Macht besessen sind.“

Und während der chinesische Imperialismus und die dortige Menschenrechtslage ein außenpolitisches Problem bleibt, ist die islamische Kultur längst im westlichen Territorium angekommen. Ob man den Islam dabei als Religion, Kultur, Zivilisation oder Polit-Ideologie auffasst, ändert an der Sache nichts. Der Kampf des Westens gegen den Islam hat nicht erst am 11. September 2001 begonnen. Und er ist aktueller denn je.

(Rezensiert am: 2010-01-07)


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Samuel P. Huntington: Kampf der Kulturen. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert, Siedler, 1996, ISBN-13: 9783442755066, 13.00 €
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