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Bat Ye’or: Europas Anti-Israel-Kurs wird zur Zerstörung Europas führen

Posted by sioede on February 10, 2010

Übersetzung des Artikels  “Europe’s anti-Israel strategy will result in the destruction of Europe itself” auf Robert Spencers “Jihad Watch”

Bat Ye'orBat Ye’or

Bat Ye’or sprach unlängst auf einer internationalen Konferenz an der Hebräischen Universität in Jerusalem über Antisemitismus, Multikulturalismus und ethnische Identität. Ihr Vortrag trug den Titel „Von Europa nach Eurabia“, und ist angesichts des derzeitigen Prozesses gegen Geert Wilders von besonderer Aktualität. Pamela Geller veröffentlichte das vollständige Manuskript auf Atlas Shrugs. Hier einige Höhepunkte daraus:

[…] Eurabia ist nicht Europa, sondern sein Feind. Eurabia repräsentiert weder die Mehrheit der Europäer noch all seine Politiker. Wenn ich von Eurabia spreche, beziehe ich mich auf eine Ideologie, eine Strategie, eine Politik und eine Kultur, deren Inhalte und deren Vorgehensweise exemplarisch durch die Anna Lindh-Stiftung im ägyptischen Alexandria manifestiert wird, die im dortigen schwedischen Konsulat untergebracht ist. Urheber dieser Vision waren in den 1960er Jahren Charles de Gaulle und Haj Amin al-Husseini, der ehemalige Großmufti von Jerusalem, den de Gaulle 1946 schon vor den Nürnberger Prozessen bewahrt hatte. Nach dem Yom-Kippur-Krieg führte dieses Zusammenspiel zu einem Bündnis zwischen der Europäischen Gemeinschaft und der arabischen Welt, welches aktiv auf allen Ebenen der Europäischen Gemeinschaft, regional und international, mit der gemeinsamen europäischen Außen- und Sicherheitspolitik verknüpft ist. Es zielt auf die Schaffung einer strategischen Euro-Arabischen Front, die Israel gegenüber feindlich eingestellt ist, Arafat und die PLO dagegen unterstützt, und sich somit im Gegensatz zu Amerika befindet. Ohne viel Mühe konnte Frankreich dieses Programm nach dem arabischen Öl-Embargo von 1973 auch auf den Rest Europas übertragen. […]

In den 1970er Jahren verfolgten die EG und die Arabischen Liga zwar unterschiedliche Ansätze aber dennoch die gleichen Ziele in diesem zusammenwachsenden Bündnis. Antisemitismus und Antiamerikanismus gab es schon immer unter den europäischen Linksparteien, bei den Kommunisten, den Nazis und bei den faschistischen Bewegungen, und dies lieferte der arabischen Propaganda günstige Voraussetzungen zu deren Verbreitung. Europa glaubte, dass es dadurch vor arabischem Terrorismus geschützt sei, die Sicherung der Energieversorgung sichergestellt wäre, die Dominanz auf den arabischen Märkten erlangt würde und die arabischen Dschihadisten sich wegen der europäischen Pro-Arafat Haltung sowie der massiven Unterstützung Palästinas zukünftig hauptsächlich gegen Israel und die USA wenden würden, wobei der nunmehr internationalisierte Palästina-Konflikt als ständiger Eiterherd Israel bis zum Verschwinden langsam zu Grunde richten sollte. Dieses Zusammenwirken von Judeophobie und Antiamerikanismus passt gut in die Strategie der euro-arabischen Allianz und ist eine ihrer Säulen. Die andere Säule ist der Krieg gegen Israel, welcher in der Tat nichts anderes ist, als die hinter einer Nebelwand versteckte Islamisierung christlicher Theologie und die Unterminierung westlicher Werte.

Aus ihrer Perspektive sahen die Länder der Arabischen Liga und der Islamischen Konferenz in diesem Bündnis mit Europa ein Mittel zum Zweck, um Europa von Amerika trennen, das westliche Lager zu zersplittern und zu schwächen, Israel zu vernichten, technologisch mit Europa gleichzuziehen und um durch die Mittelmeer-Partnerschaft einen großen europäisch-arabischen, einheitlichen, politischen und wirtschaftlichen Kulturraum zu schaffen. Auf diese Weise, unter Ausnutzung von Multikulturalismus und Masseneinwanderung, könnte der Islam und die arabischen Kultur etabliert werden um die Islamisierung auf dem europäischen Kontinent kraftvoll voranzutreiben. Europa würde durch die Kombination der Auswirkungen von Demographie, terroristischen Druck und der Abhängigkeit von Öl zu einem Vasall der islamischen Welt.

Der Multikulturalismus ist tatsächlich die entscheidende Voraussetzung der strategischen europäisch-arabischen Allianz. Seit 1975 enthalten alle Texte der euro-arabischen Konferenzen und diejenigen der EU die Vereinbarungen zwischen Europa und der arabischen Welt, in der die Bedingungen der arabischen und islamischen Einwanderung nach Europa, die Nicht-Integration der Zuwanderer und die Beibehaltung ihrer Beziehungen zu ihren Heimatländern, die Errichtung kultureller und politischer islamischer Zentren in den europäischen Städten und der Umgang mit Schulunterricht, Publikationen und Medien festgehalten werden. Was die aktuellen Entwicklungen betrifft, so kann man alles schon im Bericht von Luis Maria de Puig von der Europäischen Kommission für Kultur, Wissenschaft und Bildung bei der Europäischen Parlamentarischen Versammlung nachlesen, der von der spanischen sozialistischen Gruppe eingebracht wurde. (November 2002).

Man muss den Kultur-Jihad mit seinem judenfeindlichen, antiamerikanischen und antiwestlichen Charakter unbedingt in den Kontext des Multikulturalismus stellen. Der Multikulturalismus dient als das Instrument zur Untergrabung des abendländischen Gedankenguts mit dem Ziel der Übernahme der islamischen historischen und theologischen Gedankenwelt, zum Beispiel der Leugnung des historischen Jihad mittels einer defensiven Interpretation anstelle des Angriffskrieges, der Leugnung der Dhimmitude sowie der Rechtfertigung des islamischen Terrorismus, und zwar auf der Grundlage einer viktimologischen Wahrnehmung durch die Muslime, die sich einerseits als die immerwährenden Opfer des christlichen Abendlandes betrachten und andererseits als Opfer des Staates Israel womit beides zusammen in einer essenzialistischen Symbiose des Bösen mündet. […]

Gestatten Sie mir hier das Thema Kultur-Jihad im wechselseitigen Zusammenhang mit dem Multikulturalismus noch etwas zu vertiefen. Mit Hilfe des Mythos von Andalusien versucht der Islam seine historische, kulturelle und demographische Legitimität in Europa zu beweisen. Mehrere europäische Staats- und Regierungschefs haben bestätigt, dass der Islam in Europa zu Hause sei und dass die europäische Kultur im Islam verwurzelt wäre. So kann der Islam nach eigenem Selbstverständnis sowohl den Anspruch auf Multikulturalität im Bildungssystem begründen – der Obin Bericht für Frankreich (2004) macht das klar deutlich – als auch die Einführung der Prinzipien der Scharia in die europäische Rechtsordnung und in den Kulturbereich sowie die Einführung der islamischen Bräuche und der politischen Verhaltensregeln fordern, alles unter dem Deckmantel des Multikulturalismus.

Für die muslimischen Führer war der Multikulturalismus in Europa die Grundvoraussetzung um die euro-arabischen Vereinbarungen zur Reglementierung der Einwanderung umzusetzen, denn er erlaubt es den muslimischen Migranten sich nicht zu integrieren und sie „vor den Verirrungen, den Sitten und dem Denken der Nicht-Muslime“ zu schützen, so wie das von Mohammed al-Tohami auf der zweiten Islamischen Konferenz in Lahore im Februar 1974 forderte. Multikulturalismus befördert somit die Existenz von Parallelgesellschaften die sich niemals integrieren werden, also die Wiederauferstehung osmanischer „Millets“, d.h. die Rahmenbedingungen der islamischen Besiedlung nach der Eroberung der nichtmuslimischen Völker. Multikulturalismus und Nationalismus sind gegensätzliche Konzepte. Der heutige Kampf gegen die europäischen Nationalismen im innereuropäischen Kontext zur Einheit Europas erlaubt es, aufgrund dieser beiden Behauptungen Millionen von muslimischen Einwanderern ihre Kultur nach Europa zu importieren und gleichberechtigt zu etablieren: der andalusische Mythos und der islamische Ursprung europäischer Kultur.

Was Israel betrifft, so zielt der Kultur-Jihad in der westlichen Wissenschaft darauf ab, Israel durch Palästina zu ersetzen, und zwar sowohl auf kultureller als auch auf theologischer Ebene. Es dreht sich dabei um ein paar Hauptanliegen: die Nichtexistenz des Judäo-Christentums, die Islamisierung der christlichen Theologie durch den Moslem Jesus, der Rückkehr zu einer christlichen Ersatztheologie in der Palästina Israel ersetzt, die Kreuzigung Palästinas durch ein mittels Blut und Sünde entstandenes Israel, die Übertragung der jüdischen Geschichte auf die Palästinenser und die Nazifizierung Israels. […]

Abschließend möchte ich noch sagen, dass sich der neue Antisemitismus auf der geostrategischen Ebene als euro-arabischer Krieg gegen Israel wiederfindet. Seine Thesen sind Teil der klassischen europäischen Judeophobie, eingebettet nunmehr im Kontext der Ideologie des islamischen Jihad. Deshalb trägt die neue Judeophobie die Zerstörung des Westens in sich; die Zerstörung seiner Institutionen, seiner Kultur und seiner Seele.

Übersetzung Conny Axel Meier, BPE

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