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Hans-Olaf Henkel über Thilo Sarrazin im Deutschlandfunk

Posted by sioede on October 14, 2009

Deutschlandfunk: Guten Tag Herr Henkel.

Hans-Olaf Henkel: Hallo, guten Tag.

Deutschlandfunk: Spricht Ihnen Thilo Sarrazin aus dem Herzen?

Hans-Olaf Henkel: Ja, Vieles von dem was er sagt stimmt und ich habe das Interview inzwischen auch in seiner Gänze gelesen und behaupte mal, dass diejenigen, die jetzt über ihn herfallen, das nicht getan haben, denn viele der Dinge die dort zitiert wurden, auch eben von Ihrer Mitarbeiterin, sind aus dem Kontext zitiert und vor allen Dingen hat man unterdrückt, was er vorgeschlagen hat. Er hat ja zur Lösung dieser verschiedenen Probleme auch Vorschläge gemacht, von denen habe ich in der Öffentlichkeit überhaupt nichts gehört.

Deutschlandfunk: Herr Henkel, nun hat er sich aber doch sehr undifferenziert gegen ganze Bevölkerungsgruppen gewendet. Darf das ein Bundesbankvorstandsmitglied?

Hans-Olaf Henkel: Also erstmal stimmt das garnicht. Er hat sehr differenziert gesprochen, nur das kam nicht rüber. Statistik Turken DeutschlandWenn man die Augen vor den Ausländerproblemen in Berlin nicht verschließen will, und das wollen wir ja wirklich alle nicht, dann muss man differenzieren, da haben sie völlig Recht und genau das hat er getan. Er hat zum Beispiel darauf hingewiesen, dass Vietnamesen in der zweiten Generation durchweg bessere Schulnoten als Deutsche haben oder dass die Osteuropäer viel integrationswilliger und erfolgreicher sind als sogar Deutsche. Und er hat darauf hingewiesen, dass besonders Kinder türkischer und arabischer Bürger Schulprobleme haben. Das stimmt alles.

Deutschlandfunk: Aber wenn er das 90% der Türken, die in Berlin leben, unterstellt, das ist doch sehr sehr undifferenziert.

Hans-Olaf Henkel: Ich weiß nicht. Ich weiß nicht ob Sie das wissen, aber es gibt ja nun Erhebungen. Wir wissen das türkische Kinder in Schulen größte Probleme haben. Wir wissen und darauf hat er auch hingewiesen, dass türkische Jungen sich von weiblichen deutschen Lehrerinnen nichts sagen lassen. Wir wissen, dass sehr viele Türken ihre Töchter nicht am Sportunterricht teilnehmen lassen. Also diese Wahrheit ist doch da und ich finde es also wirklich wahnsinnig, wie die deutsche Öffentlichkeit mit Herrn Sarrazin zurzeit umgeht. Nicht das was er gesagt ist ein Skandal, sondern ein Skandal ist, wie die meisten deutschen Medien und viele politische Vorbilder mit ihm umgehen. Das ist nach meiner festen Überzeugung eine wirkliche Granate, denn hier wird also erstmal ein Anschlag auf unsere im Grundgesetz doch zugesicherte Meinungsfreiheit vorgenommen. Außerdem ist die Reaktion völlig kontraproduktiv, denn man hätte sich auch mit seinen Vorschlägen auseinandersetzen müssen. Das hat man nicht getan. Und drittens und das ist eigentlich das aller Schlimmste: Wir werden hier Zeuge eines, wie ich finde unglaublichen und schändlichen, Vernichtungsfeldzuges gegen einen Menschen und ich wundere mich über die Berliner Staatsanwaltschaft. Da hat ja jemand gestern darauf hingewiesen, ich bin gern in Berlin ich lebe hier seit über 10 Jahren, aber ich wundere mich dass man zum Beispiel diese linken Chaoten, die jede Nacht Autos anzünden, einfach nicht vor den Richter kriegt, aber jetzt der Meinung ist man müsste gegen Sarrazin wegen Volksverhetzung ermitteln.

Deutschlandfunk: Jetzt wollen wir nicht alles in einen Topf werfen Herr Henkel. Also das wird erstmal geprüft ob Volksverhetzung überhaupt vorliegt…

Hans-Olaf Henkel: Ja, lächerlich!

Deutschlandfunk: …es droht ihm der SPD Parteiausschluss und der Bundesbankpräsident Axel Weber hat Sarrazin den Rücktritt nahegelegt…

Hans-Olaf Henkel: Sie sagen es!

Deutschlandfunk: …Muss man nicht als Prominenter immer auch beachten nicht nur was man sagt, sondern wie etwas wo ankommt?

Hans-Olaf Henkel: Also wissen sie ich habe das ja selbst in meinem aktiven Berufsleben, auch während meiner BDI-Zeit, auch als Publizist, immer wieder erlebt: In diesem Land werden gewisse Wahrheiten nicht ausgesprochen und wenn sie ausgesprochen werden, dann wird sich nicht mit den Punkten auseinandergesetzt. Man hätte sich doch mit den Argumenten mal auseinandersetzen können, die Herr Sarrazin gebracht hat.

Deutschlandfunk: Wollen wir mal ganz kurz machen. Ein liberaler Minister in Niedersachsen der selbst von Einwanderern abstammt sagt, mit seinen Äußerungen habe Sarrazin “die Integrationsbemühungen der letzten 5 Jahre kaputt gemacht”…

Hans-Olaf Henkel: Ja, also wissen Sie, also es ist lächerlich. Ich weiß nicht, dieser Mann ist ja nun gerade ein wunderbares Beispiel für die erfolgreiche Integration von Ostasiaten…

Deutschlandfunk: Aber er weiß doch wovon Sarrazin spricht dann.

Hans-Olaf Henkel: Richtig! Und Herr Sarrazin hat gesagt, diese Leute sind äußerst erfolgreich. Aber er hat eben von der Schicht gesprochen, die nicht integrationswillig ist und dieses Recht darüber zu reden, müssen wir doch haben. Wenn wir Lösungen für Probleme finden wollen in Berlin, dann müssen wir uns auch um die Ursachen kümmern und das hat er getan. Solange man aber die Ursache nicht ansprechen darf, werden wir nie die richtigen Lösungen finden.

Deutschlandfunk: Wofür streiten sie, für das Recht auf Provokation?

Hans-Olaf Henkel: Nein, ich streite für das Recht auf Meinungsfreiheit und das sollte man ihm zubilligen. Zweitens streite ich für die Pflicht eines Jeden und dazu gehört auch Sarrazin, auch wenn er bei der Bundesbank ist, die Probleme zu benennen und Lösungen vorzuschlagen. Das hat er gemacht und Drittens streite ich dafür, das man diejenigen die jetzt einen einmaligen Vernichtungsfeldzug gegen eine Person starten – denen sollte man mal in den Arm fallen und nicht demjenigen, der die Probleme benannt hat.

Deutschlandfunk: Also ich finde Vernichtungsfeldzug in dem Zusammenhang ein bisschen hoch gegriffen. Ich will auch nur auf eins hinweisen. Artikel 5 Grundgesetz Meinungsfreiheit gilt ja nicht uneingeschränkt…

Hans-Olaf Henkel: Das stimmt.

Deutschlandfunk: …es heißt das Recht gilt, es findet seine Schranke in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre. Haben türkischstämmige Menschen bei uns keine persönliche Ehre?

Hans-Olaf Henkel: Also wissen Sie, ich habe den Eindruck, dass Sie diesen Artikel auch nicht gelesen haben…

Deutschlandfunk: Doch hab ich.

Hans-Olaf Henkel:…er schneidet keinem Ausländerteil die Ehre ab, sondern er weist auf die verschiedenen Erfolge der Integrationsbemühungen hin und er differenziert und das ist ja das Entscheidende. Es gibt ja auch Städte in Deutschland mit einem viel höheren Ausländeranteil, zum Beispiel Stuttgart oder München, aber da haben sie die Probleme nicht. Warum? Weil sie diese massive Konzentration von arabischen und türkischstämmigen Einwanderern nicht haben und die weigern sich zu einem großen Teil an der Integration mitzuwirken und das müssen wir gemeinsam lösen und nichts anderes hat er im Schilde geführt.

Deutschlandfunk: Würden Sie soweit gehen zu sagen Redefreiheit gilt nur noch im Rahmen dessen, was eine Mehrheit hören möchte?

Hans-Olaf Henkel: Das ist ja anscheinend das, was Sie gerade unterstützen. Die Mehrheit will das ja nicht hören, denn mein Eindruck ist, dass mit wenigen Ausnahmen Her Sarrauzin hier wirklich fertiggemacht wird, undzwar nicht nur von der Staatsanwaltschaft, sondern eben auch von Gutmenschen seitens der grünen und linken Szene, die jetzt wieder meinen sie müssten die Probleme zudecken, anstatt dass sie endlich mal mithelfen sie zu lösen.

Deutschlandfunk: …sagt der Publizist und frühere Präsident des Bundesverbands der deutschen Industrie Hans-Olaf Henkel. Herr Henkel danke für das Gespräch.

Hans-Olaf Henkel: Bitteschön.

Quelle der Grafik: Franziska Woellert, Steffen Kröhnert, Lilli Sippel, Reiner Klingholz, “Ungenutzte Potentiale – Zur Lage der Integration in Deutschland, Berlin-Institut 2005, Seite 39, http://www.berlin-institut.org/fileadmin/user_upload/Zuwanderung/Integration_RZ_online.pdf

Video zum Interview: http://www.youtube.com/watch?v=PHf3×8hWAQ4

Leesezeichen anlegen:

 

Erstellt am 6. Oktober 2009, 16:46 Uhr von Postdemokrat

Kommentare (1)

 

  1. Wolfgang Osinski sagt:

    Danke, Herr Henkel! Wenn es mehr Menschen in diesem Land gäbe, die so denken und handeln wie Herr Dr. Sarrazin und Sie, wäre dieses Land ein besseres Land, in dem es auch den Immigranten besser ginge.
    Durch die gutmenschliche Unterlassung der Thematisierung der Probleme tragen die rot-grün-linken Volltrottel gerade dazu bei, dass bestimmte Einwanderer-Gruppierungen auf lange Sicht zur Chancenlosigkeit verdammt sind, kein Selbstwertgefühl entwickeln, der Gesellschaft auf der Tasche liegen und – soweit entsprechend konditioniert – zu Handlungen neigen, die keiner von uns will.

One Response to “Hans-Olaf Henkel über Thilo Sarrazin im Deutschlandfunk”

  1. Andre Hamm said

    Ich komme aus Kasachstan,lebe 18 Jahre in Deutschland.
    Herren Sarrazin und Henkel haben 100% Recht.Multikulti-Fischer…. schaden unserem Land.Wahrheit wollen wenige hören.
    A.Hamm

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